Net4Voice
Net4Voice ist ein Teilprojekt aus dem europäischen „Lifelong Learning“-Programm. Ein Projektteam, geleitet durch die Universitäten Bologna, Southampton und Ulm, untersucht, wie Spracherkennungstechniken Einfluss auf den Zugang zur Lehre haben, gerade im Hinblick auf Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen.
Gemäß dem Motto auf der Webseite der Europäischen Union: „Lernen: Jederzeit, überall und für alle“ (http://ec.europa.eu/information_society/tl/edutra/index_de.htm), ist ein modernes und effizientes Bildungswesen essentiell. Dies gilt auch im Hinblick auf eine Vielzahl von gesellschaftlichen Aspekten, von der Wettbewerbsfähigkeit bis hin zur sozialen Integration. Informations- und Kommunikationstechniken spielen hierbei eine zentrale Rolle, da sie die traditionelle Lehre durch die Bereitstellung von flexiblen Lernmethoden verbessern. Ein weiterer Vorteil ist die Eignung für Menschen jedes Alters.
Ausgehend von diesen Annahmen sieht das Net4Voice-Projekt die Wissensvermittlung in traditionellen Klassenräumen oder Hörsälen als den zentralen Weg der Lehre. Die Bedürfnisse von Menschen mit Handicap werden jedoch oft nicht genügend berücksichtigt, wodurch die Effizienz des Lernens beeinträchtigt werden kann. Trotz ihrer Wichtigkeit und Einzigartigkeit weist die traditionelle „face to face“-Lehre Einschränkungen in Bezug auf physische, zeitliche und kulturelle Grenzen auf, die den Zugang zu den Lerninhalten erschweren.
Projektziele:
Der Aufbau von Exzellenzzentren zur Entwicklung und Verbreitung von innovativen Lern- und Lehrmethoden innerhalb der Europäischen Union. Zielsetzung ist die EU im weltweiten Wettbewerb zu stärken.
Langfristiges Ziel ist die Forschung an barrierefreien Lernumgebungen zu begünstigen, indem es die Entwicklung von Exzellenzzentren, basierend auf dem Liberated Learning Konzept, erleichtert. Das Projekt untersucht, wie Schüler, Studenten und Lehrer unterschiedlicher Bildungseinrichtungen von dem Einsatz neuartiger Technologien profitieren können.
Projektdurchführung:
Zentrales Element des Projekts ist die Transkription. Hierbei wird unter Zuhilfenahme von Spracherkennungssoftware das gesprochene Wort des Lehrkörpers in Echtzeit in Textform gebracht. Der Vortragende trägt ein Mikrofon bei sich, das an einen Computer angeschlossen ist und die Spracherkennungssoftware mit Eingaben versorgt. Die Sätze werden dabei parallel zum Vortrag in Echtzeit in Text umgewandelt und mittels eines Projektors bzw. Beamers auf eine Leinwand projiziert. Die audiovisuelle Darbietung von Lehrinhalten erleichtert den Zugang zur Lehre, insbesondere für Menschen mit Handicap.
Auswirkungen und Akzeptanz sind anschließend durch entsprechende Fragebögen zu dokumentieren und evaluieren.
Projektinhalte:
Spracherkennungstechnologien als ergänzende Lehrmethodik zu nutzen, um die Vermittlung von Lerninhalten zu vereinfachen.
Integration von Echtzeitspracherkennung in den Unterricht/Vorlesung. Die Darbietung der Inhalte in verschiedenen Formaten und auf unterschiedlichen Wegen, wie z.B. Audio, Text, Video,... usw., um ein besseres Verständnis zu ermöglichen.
Die Auswirkungen des Liberated Learning Konzepts zu evaluieren und zu dokumentieren, insbesondere im Hinblick auf Studenten mit und ohne Handicap, den Lehrkörper und weitere Interessengruppen.
Untersuchung der Anforderungen an die Hard- und Softwarekomponenten, wie Mikrofone und PCs, um den bestmöglichen Support der Benutzer zu gewährleisten.
Die Erweiterung einer ursprünglich für Menschen mit Behinderung konzipierten Technologie auf Menschen ohne Behinderung.
Testen von Spracherkennungstechniken in unterschiedlichen Bildungseinrichtungen.
Ausarbeitung von Schemata und Methoden, um Ergebnisse aus dem Liberated Learning Konsortium zu verbreiten.
Im ersten Jahr wird das Projekt Team die Liberated Learning Spracherkennungstechniken in höheren Bildungseinrichtungen und in mindestens einer anderen Bildungseinrichtung, wie z.B. Schule, Volkshochschule oder einem Sprachkurs testen. Der Fokus wird hierbei vor allem auf allgemeinen Themen liegen. Das Testen von drei verschiedenen Sprachen: Italienisch, Englisch und Deutsch soll die Ergebnisse auf die gesamte EU übertragbar machen.
Im zweiten Jahr werden die Ergebnisse ausgewertet und eine Methodologie basierend auf den neuen Erkenntnissen entwickelt. Darüber hinaus wird der Zugang zum umfänglichen Intranet auf weitere EU Interessengruppen ausgeweitet.
Partner – Rollen
Europäische Partner des Lifelong Learning-Programms sind:
Università di Bologna, Italy
Istituto Professionale di Stato per i Servizi Sociali "Iris Versari", Italy
University of Southampton, UK
Totton College, UK
Universität Ulm, Germany
Die Universität von Bologna hat beim Net4Voice Projekt die leitende Rolle inne.
Ansprechparter Universität Ulm:
Email: peter.schulthess@uni-ulm.de
Ansprechparter Universität Bologna
Email: raffaella.primiani@unibo.it




